27.1. – Holocaust-Gedenken —
8.3. – 16 Uhr Friedenslieder singen —
Ostern – Ostermarsch —
8.7. – Hissen der Bürgermeister-für-den-Friedenflagge—
Herbst: Vortrag: Sicherheit neu denken

Havixbeck. Mit Sorgen, aber nicht entmutigt sehen die Mitglieder des Friedenskreises Havixbeck (FK) in die Zukunft. Ausführlich diskutierten sie auf ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr über die gegenwärtige Situation. Christa Degemann-Lickes: „Es ist besorgniserregend, wie im Moment Demokratie, Freiheit und Frieden gefährdet sind. Grundsätzliche Rechte und Regelungen, wie sie einst in der Charta der Vereinten Nationen festgelegt wurden, scheinen weder in Ost noch in West mehr Gültigkeit zu haben. Das ist eine ernsthafte Bedrohung.“ Und die Antwort auch der deutschen Politik darauf sei, Abschreckung, Aufrüstung und noch mehr Einschränkungen für Randgruppen wie Geflüchtete und Bürgergeldempfänger. Der Friedenskreis Havixbeck will nicht nur kritisieren, sondern positive Alternativen dieser Entwicklung gegenüber- und zur Diskussion stellen. Klaus-Gerd Greiff vom Friedenskreis: „Wir wollen Sicherheit neu denken. Wie kann in Europa eine neue Sicherheitsarchitektur entstehen, wie kann Europa eine positive neue Rolle für den Frieden in der Welt übernehmen!“ So legten die Mitglieder des FK ihr Programm für die erste Hälfte 2026 an. Am 8.3. lädt der Friedenskreis um 16 Uhr zu einem Friedenslieder-Nachmittag in die Evangelische Kirche Havixbeck ein. Dort – am internationalen Frauentag – können nicht nur Frauen ins Gespräch kommen: Wie kann Frieden entstehen und gesichert werden? Im Mittelpunkt steht jedoch das gemeinsame Singen. Wenig später wird der Friedenskreis zur Teilnahme am diesjährigen Ostermarsch aufrufen. Das Motto: „Nicht Kriegstüchtigkeit, Friedensfähigkeit ist unsere Devise!“ Im Aufruf zu dieser Demonstration werden konkrete Vorschläge gemacht. Im Juli laden Bürgermeister Möltgen und der Friedenskreis wieder zum Flaggentag ein. Eine der wichtigsten Forderungen sei immer noch die Abschaffung aller Atomwaffen, betonte Roger Reinhard. Am 8. Juli wird die „Bürgermeister für den Frieden-Flagge“ am Rathaus gehisst. Sie weist darauf hin, der der Internationale Gerichtshof den Besitz und die Anwendung von Atomwaffen als Unrecht bewertet hat.
Schon am 27.1. – am Holocaustgedenktag – lädt der FK zum Gedenken an die aus Havixbeck deportierten Juden ein. Vor einem Jahr war die Gemeinde Havixbeck dem Riga-Komitee beigetreten. Die meisten Juden aus Westfalen wurden nach Riga deportiert und dort ermordet. Eine Beitrittsfeier zum Riga-Komitee ist in Planung. Im Frühjahr werden auch Mitglieder des FK an einer Fahrt nach Riga teilnehmen und dort für die Gemeinde Havixbeck Blumen niederlegen.
Für den Herbst plant der FK eine große Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Ralf Becker, dem Koordinator der Initiative „Sicherheit neu denken!“
Bleibt noch der Punkt: Wiedereinführung der neuen Wehrpflicht. Alle 18jährigen werden demnächst von der Bundeswehr angeschrieben und erfasst. Sie müssen sich spätestes dann mit der Frage auseinandersetzen: Will ich im Ernstfall Soldat sein, töten und getötet werden, oder werde ich das im Grundgesetz verankerte Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Anspruch nehmen. Der Friedenskreis bietet allen jungen Männern, auch denen, die jetzt Soldat oder Reservist sind, in der Frage Kriegsdienstverweigerung Beratung an.
Der Friedenskreis tagt auch in diesem Jahr in regelmäßigen Abständen. Wer sich engagieren möchte oder einfach die Arbeit auch nur finanziell und ideell unterstützen möchte, kann den Kreis kontaktieren: www.friedenskreis.de
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Auf ihrer ersten Sitzung plante der Friedenskreis Veranstaltung und Aktion für die erste Hälfte 2026. Hier der Vorstand vlnr.: Roger Reinhard, Klaus-Gerd Greiff, Robert Hülsbusch und Vorsitzende Dr. Christa Degemann-Lickes.
Mit freundlichen Grüßen Robert Hülsbusch


