Havixbeck: „Stoppt den Krieg“

Die Gemeinde Havixbeck hat am Donnerstagabend ein starkes Zeichen der Solidarität und für den Frieden gesetzt. Rund 300 Bürgerinnen und Bürger versammelten sich auf dem Willi-Richter-Platz vor dem Rathaus zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des von Russland begonnenen Krieges gegen die Ukraine. Viel Applaus erhielt ein Familienvater aus der Ukraine, der sich ausdrücklich für diese Solidarität bedankte und betonte, wie stolz er auf die Gemeinde sei.

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Den Krieg nicht einfach hinnehmen, nicht sprachlos werden, ein Zeichen setzten – diese Gedanken führten am Donnerstag auch in Havixbeck zu der Initiative für eine Gedenkveranstaltung. Bürgermeister Jörn Möltgen für die politische Gemeinde Havixbeck, die beiden christlichen Kirchengemeinden, der Friedenskreis Havixbeck-Billerbeck sowie nicht zuletzt die Anne-Frank-Gesamtschule verständigten sich auf eine abendliche Gedenkfeier und informierten Bürger und Gruppen über unterschiedlichste Kanäle. Dass sich dann rund 300 Menschen vor dem Rathaus versammelten, freute alle sehr.

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Verstoß gegen das Völkerrecht

Nach einer musikalischen Einstimmung durch Manfred Wordtmann am Saxofon ergriff Bürgermeister Jörn Möltgen das Wort. Er dankte für die große Anteilnahme der Havixbecker Bürger und verurteilte im weiteren Verlauf den Krieg und auch den russischen Präsidenten, „der zum wiederholten Male gegen Völkerrecht verstoßen hat und sich anschickt, sich in die Reihe der Kriegsverbrecher einzugliedern“.

„Für die Menschen in der Ukraine ist es wichtig, dass wir Solidarität zeigen. Auch bei uns leben viele Ukrainerinnen und Ukrainer, denen unsere Solidarität bei ihren Sorgen um die Familien in ihrer alten Heimat hilft“, betonte der Bürgermeister. Man dürfe auch nicht die Menschen russischer Herkunft vergessen, die entsetzt über die Geschehnisse seien . „Von hier soll heute ein Zeichen ausgehen, dass wir in Frieden mit allen Menschen leben möchten, in der Ferne und hier bei uns“, schloss Möltgen unter Beifall.

Nicht sprachlos werden

Für den Friedenskreis sprach Dr. Christa Degemann-Lickes. Sie erinnerte an die vielen Opfer des II. Weltkrieges. Die Menschen in Russland wüssten, was Krieg bedeutet. Wie bitter sei es nun, das ausgerechnet von Russland ein Krieg geführt werde. Trotz Entsetzens und Fassungslosigkeit dürfe man nicht sprachlos werden und müsse sich für ein Ende des Krieges einsetzen. Ausdrücklich warnte Degemann-Lickes dabei vor einer Reaktion „Auge um Auge“.

Botschaft des Friedens möge Gehör finden

Für die beiden christlichen Kirchengemeinden sprach Pfarrer Dr. Oliver Kösters, der sich von der großen Teilnahme und vor allem von den vielen Kindern überwältigt sah. Die Kinder seien ein Zeichen der Hoffnung, sie würden einmal die Welt gestalten. Kösters nannte es einen Wahnsinn, dass sich Christen bekriegen, und drückte seine Hoffnung aus, dass die Botschaft des Friedens doch noch Gehör findet.

Solidarität mit den Menschen in der Ukraine

Dr. Thorsten Habbel, Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule, berichtete, es gebe zwar keine Schüler, aber Eltern mit ukrainischen Wurzeln. Mit ihnen habe er am Donnerstag gesprochen – „es waren die schwierigsten Telefonate“. Als er von dem Wunsch dieser Eltern nach einem Zeichen der Solidarität berichtete, kam spontaner Beifall auf. Den gab es auch, als Habbel von einer Schülerin mit russischen Wurzeln berichtete. Sie habe ihm eine Mail geschrieben: „Dieser Präsident ist nicht mein Präsident.“

In Form einer offenen Mikrofon-Runde schilderten weitere Anwesende, zum Teil sehr von den Ereignissen aufgewühlt, ihre Gedanken. Als sichtbares Zeichen der Solidarität und als Appell zum Frieden wurden am Rathaus neben der Mayors-for-Peace-Fahne auch die Europa-Fahne und die regenbogenbunte Friedensfahne gehisst.

Eine Gedenkminute, ein kurzes Spiel von Manfred Wordtmann, still gingen anschließend die Menschen durch die nasskalten Regenschauer in ihre Häuser und Wohnungen zurück.

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