{"id":491,"date":"2024-11-05T09:20:11","date_gmt":"2024-11-05T09:20:11","guid":{"rendered":"https:\/\/friedenskreis.de\/?p=491"},"modified":"2024-11-09T08:11:49","modified_gmt":"2024-11-09T08:11:49","slug":"beitritt-der-gemeinde-havixbeck-zum-riga-komitee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/friedenskreis.de\/?p=491","title":{"rendered":"Beitritt der Gemeinde Havixbeck zum Riga-Komitee"},"content":{"rendered":"\n<p>Havixbeck. Auch die Gemeinde Havixbeck wird dem Riga-Komitee beitreten. Schon vor ein paar Wochen stellte der Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule diesen Antrag, der im Gemeinderat wohlwollend aufgenommen wurde. Der Wortlaut: \u201eHavixbeck tritt dem Riga-Komitee bei &#8211; getragen von dem Willen, die Erinnerung an die ermordeten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dauerhaft zu bewahren und ihrer zu gedenken, in der \u00dcberzeugung, dass die Gr\u00e4ber- und Gedenkst\u00e4tte Riga einen bedeutenden, die Heimatst\u00e4dte umschlie\u00dfenden, zeitgeschichtlichen Beitrag leistet, mit dem Ziel, den auf einer langen gemeinsamen Geschichte beruhenden Beziehungen unserer beiden L\u00e4nder, ihrer weiteren Entwicklung und dem Frieden in Europa zu dienen.\u201c<br>Zu dem Hintergrund dieses Antrags lud nun der Friedenskreis alle Mitglieder des Gemeinderates und alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ein.<br>B\u00fcrgermeister J\u00f6rn M\u00f6ltgen begr\u00fc\u00dfte alle TeilnehmerInnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Christa Degemann-Lickes, Vorsitzende des Friedenskreises, erinnerte an das Schicksal der Familie Gerson aus Havixbeck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Riga Vortrag Havixbeck 2 von 3  Christa Degemann Lickes   Familie Gerson\" width=\"525\" height=\"295\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/LD50-OIRkO8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Lichtbildvortrag mit anschlie\u00dfendem Gespr\u00e4ch erz\u00e4hlte Winfried Nachtwei  die Geschichte der Deportationen nach Riga. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Riga Vortrag Havixbeck 3 von 3  Winfried Nachtwei   Verschollen in Riga\" width=\"525\" height=\"295\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/dwBz2iP47HY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Georg Schulze Bisping, lange f\u00fcr die CDU im Nottulner Gemeinderat, berichtete eindrucksvoll von seinen ersten Reisen nach Riga. Schulze Bisping ist der Riga-Beauftragte der Gemeinde Nottuln.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Georg Schulze Bisping Auf den Spuren der Juden, die nach Riga deportiert und dort ermordet wurden\" width=\"525\" height=\"295\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/dmmNsa8n_NQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 13. Dezember 1941 verlie\u00df ein Deportationszug mit 390 j\u00fcdischen Frauen, M\u00e4nnern und Kindern aus dem M\u00fcnsterland den G\u00fcterbahnhof in M\u00fcnster. Mit dabei auch der Havixbecker Kurt Gerson. Nachdem in Osnabr\u00fcck 200 und in Bielefeld 420 weitere Menschen in den Zug gezwungen worden waren, fuhr er Richtung Riga. Dort, im \u201eReichsjudenghetto\u201c, im KZ Salaspils und Wald von Bikernieki begann der Massenmord an den j\u00fcdischen Menschen aus dem M\u00fcnsterland, aus Westfalen und anderen Teilen Deutschlands. In Riga starben die weitaus meisten der \u00fcber 170 Holocaustopfer des Kreises Coesfeld.<br>In den Tagen zuvor waren Z\u00fcge mit jeweils 1000 Menschen aus Berlin, N\u00fcrnberg, Stuttgart, Hamburg, K\u00f6ln, Kassel und D\u00fcsseldorf nach Riga gefahren, am 15. Dezember folgte ein Zug aus Hannover, am 27. Januar 1942 einer aus Dortmund.<br>Ihr Schicksal war \u00fcber fast f\u00fcnf Jahrzehnte weitgehend unbekannt. Die vielen Massenm\u00f6rder und Helfershelfer kamen \u00fcberwiegend ungeschoren davon.<br>1989 stie\u00df der damalige D\u00fclmener Geschichtslehrer Winfried Nachtwei im noch sowjetisch besetzten Riga auf die Spuren der Deportierten und lernte \u00dcberlebende von Ghetto und KZ kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem illustrierten Vortrag folgte Nachtwei den Spuren der Verschleppten im deutsch-besetzen Riga und dem Schicksal der wenigen \u00dcberlebenden nach Kriegsende. Als Bundestagsabgeordneter setzte sich der Referent f\u00fcr eine w\u00fcrdige \u201eEntsch\u00e4digung\u201c der Holocaust-\u00dcberlebenden in Osteuropa ein, die 1998 endlich durchgesetzt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Beispiel des Massengr\u00e4berfeldes und der Gedenkst\u00e4tte im Wald von Bikernieki schilderte Nachtwei, wie nach Jahrzehnten die Erinnerung aufbrach. Eine zentrale Rolle hatte dabei der Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge und das Deutsche Riga-Komitee, in dem sich inzwischen 57 Herkunftsorte der Riga-Deportationen zu einem einzigartigen Netz der Erinnerung zusammengefunden haben. In Workcamps des Volksbundes kommen allj\u00e4hrlich junge Leute aus Deutschland, \u00d6sterreich, Lettland und anderen L\u00e4ndern zusammen, um die Gedenkst\u00e4tte zu pflegen und Erinnerung lebendig zu halten.<br>Der Vortrag verdeutlichte aber auch, wie schwierig es im Baltikum ist, vor dem Hintergrund von 50 Jahren wechselnden Okkupationen zu einer gemeinsamen Erinnerungskultur zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Winfried Nachtwei war 1994-2009 Bundestagsabgeordneter der Gr\u00fcnen und heute u.a. im Vorstand von \u201eGegen Vergessen \u2013 F\u00fcr Demokratie e.V.\u201c und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr die Vereinten Nationen\/DGVN t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/friedenskreis.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Riga-Komitee.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-492\" srcset=\"https:\/\/friedenskreis.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Riga-Komitee.jpg 768w, https:\/\/friedenskreis.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Riga-Komitee-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Foto: Im Juni 2023 fuhr eine Nottulner Delegation nach Riga (links: Georg Schulze Bisping), um dort an dem Gedenkstein \u201eNottuln\u201c Blumen niederzulegen. Georg Schulze Bisping wird von dieser beeindruckenden Reise berichten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Havixbeck. Auch die Gemeinde Havixbeck wird dem Riga-Komitee beitreten. Schon vor ein paar Wochen stellte der Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule diesen Antrag, der im Gemeinderat wohlwollend aufgenommen wurde. 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